Familie Meijer baut neuen Legehennenstall
Im November 2025 haben Arjan und Yvonne Meijer aus Witharen in der Provinz Overijssel einen neuen Stall für 11.000 ökologische biologische Legehennen in Betrieb genommen. Dieser Stall ersetzt den bisherigen Aufzuchtstall. Zudem wurde die alte Halle durch einen Neubau ersetzt, in dem sich Verpackungsraum für Eier, Werkstatt, Maschinenhalle und Mistanlage unter einem Dach befinden. Darüber hinaus hält der Betrieb 39.000 Freiland-Legehennen sowie 18.000 1-Stern-Beter-Leven-Bodenhaltungshennen.
Aufzucht ist arbeitsintensiv
Arjan: „Als wir den Betrieb im Jahr 2004 übernommen haben, hielten wir in zwei Ställen 40.000 Legehennen und in einem Stall 35.000 Junghennen in der Aufzucht. Im Jahr 2006 hatten wir einen Brand, woraufhin wir einen neuen Stall für 39.000 Freiland-Legehennen gebaut haben und damit die Tierzahl in diesem Stall verdoppeln konnten.
Die Aufzucht von Junghennen hat uns immer gut gefallen. Allerdings war die Einrichtung des Aufzuchtstalls bereits 27 Jahre alt, und durch 2,5 Durchgänge pro Jahr war die Arbeit sehr arbeitsintensiv und unregelmäßig. Auch die Hygiene spielte eine wichtige Rolle bei unserer Entscheidung, mit der Aufzucht aufzuhören. Wenn junge Küken eingestallt wurden, musste ich teilweise bis zu fünfmal täglich duschen. Deshalb haben wir beschlossen, die Aufzucht einzustellen und stattdessen einen neuen Stall für ökologische biologische Legehennen zu bauen.“
Ein Blick in den Stall
Da der geplante Tag der offenen Tür für den neuen Stall nicht stattfinden konnte, hat Geissler Installatietechniek einen Film erstellt, um dennoch einen guten Eindruck dieses modernen Stalls zu vermitteln.
Bewusste Entscheidung für Bio
„Wir haben uns für die biologische Haltung entschieden, weil wir Flächen direkt hinter und neben dem Stall zur Verfügung haben“, ergänzt Yvonne. „Auch wenn sich der Markt seit der Beantragung der Genehmigung verändert hat, sind wir unserer Entscheidung treu geblieben. Wir haben unsere Eier stets im Premiumsegment vermarktet. Alle unsere Eier werden nach VLOG-, KAT- und OKT-Standards geliefert.“
Neuer Stall
„Im neuen Stall ist alles gerade und symmetrisch aufgebaut – das entspricht genau unserer Arbeitsweise und sorgt für Effizienz“, erklärt Arjan. „Wir haben unter anderem mit dem Bauunternehmen Van Pijkeren, Geissler Installatietechniek und weiteren regionalen Partnern zusammengearbeitet. Diese arbeiten eng zusammen, und auch menschlich hat es sehr gut gepasst. Man weiß, dass sie qualitativ hochwertige Arbeit leisten, mitdenken und praxisorientierte Lösungen anbieten. Das entspricht genau unseren Vorstellungen.
Von Anfang an läuft es im neuen Stall sehr gut. Die geringere Besatzdichte erleichtert zudem das Management.“
Austreibsystem in den Legenestern
„Im Stall haben wir uns für ein Austreibsystem in den Legenestern entschieden. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht, und die Technik dahinter ist einfach aufgebaut. Wir sind der Meinung, dass alles, was sich im Stall bewegt, möglichst einfach sein sollte – denn bewegliche Teile unterliegen Verschleiß und sind störanfälliger.“
Belüftungsrohr unter dem System
„Wir haben uns für ein Lüftungssystem mit Abluft in Kombination mit einem leistungsstarken Wärmetauscher entschieden. Das ist eine sehr angenehme Art der Lüftung, insbesondere bei niedrigen Temperaturen, da wir den Wärmetauscher optimal nutzen können. Dank der vorhandenen Überkapazität können wir die ersten 15 % des Lüftungsbedarfs über den Wärmetauscher abdecken. Neben der Belüftung des Kotbandes wird die zusätzliche Luftmenge über ein Belüftungsrohr geführt, das unter dem System installiert ist. Dadurch wird gleichzeitig die Einstreu unter der Voliere getrocknet. Das System funktioniert sehr gut und hat den Vorteil, dass kein Rohr mehr im Firstbereich verläuft. Alles ist kompakt im System integriert“, erläutert Arjan.
Kot-Schieber
Jedes System verfügt über einen eigenen Kot-Schieber, wobei das Rücklaufseil oberhalb geführt wird. Dadurch entfällt das ständige Übersteigen. Bei unterschiedlichen Einstreuhöhen kann die Einstreu je System separat entfernt werden. Zudem ist das System kompakt aufgebaut und erleichtert die Reinigung.
Keine Einsparungen bei der Beleuchtung
Yvonne berichtet: „Eine gute Beleuchtung ist entscheidend – hier haben wir bewusst nicht gespart. Wir haben uns für das Corax-System von Hato entschieden, mit dem wir stufenlos mischen und dimmen können.
Da unser System 2,40 Meter breit ist und das Belüftungsrohr darunter verläuft, haben wir uns für eine doppelte LED-Lichtlinie entschieden, um eine optimale Lichtverteilung zu gewährleisten.“
Drei Packmaschinen
Jeder Stall verfügt über eine eigene Packmaschine, da sowohl Bio-, Bodenhaltungs- als auch Freilandeier produziert werden. „So können wir die Eier gleichzeitig sammeln und zügig verarbeiten. Außerdem stehen die Ställe weit auseinander, sodass lange Förderbänder notwendig wären, was wiederum einen höheren Wartungsaufwand bedeutet. Jetzt können wir Wartungsarbeiten an einer Packmaschine problemlos durchführen, wenn ein Stall leer steht“, erklärt Arjan.
Wir ergänzen uns optimal
Alle Arbeiten auf dem Betrieb werden gemeinsam vom Ehepaar erledigt. „Ich habe eine Zeit lang außerhalb des Betriebs gearbeitet, aber während der Bauphase haben wir gemerkt, dass Aufgaben liegen bleiben. Die Arbeit wurde für eine Person zu viel. Seit Dezember bin ich wieder vollständig im Betrieb tätig“, sagt Yvonne lachend.
„Arjan kümmert sich mehr um die technischen Aspekte, während ich mich stärker auf Feinabstimmungen konzentriere. Wir ergänzen uns sehr gut. Es gibt keine feste Aufgabenverteilung – wir sind flexibel und entscheiden morgens gemeinsam, wer welche Aufgaben übernimmt. Unser Ziel ist es, dass im Notfall eine Person alle Arbeiten erledigen kann, auch wenn es gemeinsam deutlich leichter ist. Zusätzlich unterstützen uns regelmäßig Mitarbeiter, beispielsweise an Wochenenden oder beim Sortieren der Eier. Während unseres Urlaubs können sie die täglichen Arbeiten problemlos übernehmen. Auch unsere vier Kinder helfen bei Bedarf mit.“
Steuerung auf Basis von Gefühl und Daten
„Die Steuerung unserer Legehennen basiert auf einer Kombination aus Erfahrung und Daten. Wenn man den Stall betritt, hat man innerhalb von zwanzig Sekunden gesehen, gerochen und gehört, wie es läuft. Dieses Gefühl wird fast immer durch die täglich erfassten Daten bestätigt, wie Futter- und Wasseraufnahme sowie die Gewichte der Hennen. So behalten wir jederzeit den Überblick.“
Hygienisches Arbeiten
„Zur Vermeidung von Krankheiten arbeiten wir auf einem hohen Hygieneniveau. Wir gehen immer von den jüngeren zu den älteren Tieren und betreten den Stall ausschließlich frisch geduscht. Das dauert nur wenige Minuten, ist für uns aber selbstverständlich.
Außerdem legen wir großen Wert auf Ordnung: Die Ställe sind sauber und alle Materialien haben ihren festen Platz. Diese Arbeitsweise haben wir aus der Zeit der Junghennenaufzucht übernommen – und sie hat sich bewährt.“
Mit Freude arbeiten
„Für die Zukunft möchten wir den Betrieb in dieser Form weiterführen. Sollte eines unserer Kinder den Betrieb später übernehmen wollen, besteht diese Möglichkeit. Und falls sich die gesetzlichen Vorgaben ändern und weniger Tiere pro Quadratmeter gehalten werden dürfen, haben wir auf unserem Betrieb noch ausreichend Platz für einen zusätzlichen Stall, um die Tierzahlen zu sichern.
Wachstum ist für uns derzeit kein vorrangiges Ziel. Entscheidend ist für uns, dass wir unsere Arbeit mit Freude ausüben“, so Yvonne und Arjan abschließend.
Richard Bos
Berater für Legehennen