Pionier in den französischen Ardennen mit einem zukunftsorientierten Broilerbetrieb
Im Jahr 2017 übernahm Matthieu Galland den Ackerbaubetrieb mit Broilerställen seiner Eltern. Als vorausschauender Unternehmer entschied er sich, beide Betriebszweige weiter auszubauen und gezielt zu investieren. Der Broilerbetrieb wurde vollständig renoviert, erweitert und mit modernster Technik ausgestattet. Auch heute, fast zehn Jahre später, gilt dieser Betrieb in der Region noch immer als Referenzbetrieb.
Betrieb mit ausreichender wirtschaftlicher Perspektive
Etwa 25 Kilometer von Reims entfernt, in der reizvollen Hügellandschaft am Fuße der französischen Ardennen, befindet sich der Broilerbetrieb von Matthieu Galland (48). „Ich wollte einen modernen Betrieb aufbauen, der für mindestens die nächsten fünfzehn Jahre eine solide wirtschaftliche Perspektive bietet. Neben dem Ackerbau, der inzwischen auf 300 Hektar ausgedehnt wurde, war ich überzeugt, dass auch die Broilerhaltung großes Potenzial bietet. Die Bank davon zu überzeugen, diesen Weg mitzugehen, war nicht einfach. In Frankreich war das Investitionsklima im Geflügelsektor unter anderem aufgrund des Zusammenbruchs der Doux Group im Jahr 2012 eher zurückhaltend. Gemeinsam mit De Heus haben wir Konzepte für einen zukunftsfähigen Betrieb entwickelt. Mit ihrer Unterstützung konnte ich schließlich sowohl die Bank als auch die Behörden überzeugen“, berichtet Matthieu.
Kreislaufwirtschaftliche Produktion
Weizen ist neben Zuckerrüben, Luzerne und Hanf die Hauptkultur im Ackerbau. Mit den 120 Hektar selbst erzeugtem Weizen können alle Broiler zusätzlich mit Weizen gefüttert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass der gesamte Broilerkot auf den eigenen Flächen verwertet wird. „Durch unsere eigene Weizenproduktion und die Nutzung des Broilerkots passen wir in ein ökologisches, kreislauforientiertes Landwirtschaftssystem und können gleichzeitig kosteneffizient produzieren“, erklärt Matthieu.
Der Betrieb Galland beschäftigt zwei Vollzeitkräfte, eine für den Ackerbau und eine für die Broilerhaltung. „Wir wohnen nicht direkt am Broilerstandort und meine Frau Sabine arbeitet in einem anderen Bereich. Unsere drei Kinder im Alter von 11 bis 17 Jahren haben bislang kein Interesse gezeigt, den Betrieb zu übernehmen. Deshalb muss mein Mitarbeiter die täglichen Arbeiten selbstständig erledigen können, während ich aus der Ferne unter anderem Klima und Fütterung steuere und kontrolliere.“
Die zwei vollständig renovierten Ställe (15 x 100 Meter) sowie die zwei neu errichteten Ställe (20 x 120 Meter) bieten Platz für rund 160.000 konventionelle Küken.
Effizienz ist entscheidend
Die zwei vollständig renovierten Ställe (15 x 100 Meter) und die zwei neueren Ställe (20 x 120 Meter) bieten Platz für etwa 160.000 konventionelle Broiler. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Halle, in der sowohl die Futterküche als auch die Heizungsanlage untergebracht sind. „Für mich war es wichtig, dass alle Ställe identisch ausgestattet sind und dass Fütterung und Heizung sowohl zentral als auch unabhängig gesteuert werden können. All-in-all-out, eine einheitliche Ausstattung und ein hoher Automatisierungsgrad waren entscheidend, um effizient arbeiten zu können“, so Matthieu.
Das Futter und der Weizen werden in eine Gosse eingebracht und von dort in die innenliegenden Silos transportiert. Alles wird über eine Verwiegung erfasst und anschließend über oberirdische Leitungen in die vier Ställe verteilt. Eine Hackschnitzelheizung erzeugt Warmwasser, das über ein unterirdisches Leitungssystem in die Ställe geleitet wird. „Die Investition in dieses System war erheblich, insbesondere in das unterirdische Leitungsnetz. Über eine Genossenschaft kann ich jedoch kostengünstig Holzreste beziehen.“
Stallausstattung
Bemerkenswert für Frankreich ist, dass die vor rund zehn Jahren errichteten Ställe bereits mit Tageslichtbändern in den Seitenwänden, Längs- und Deckenlüftung sowie Nebelkühlung ausgestattet sind. Auf den Dächern der beiden neueren Ställe sind zudem Photovoltaikanlagen installiert. „Die Lichtbänder waren keine große Investition, werden aber kaum genutzt, da es in Frankreich derzeit keine Nachfrage nach Produktion gemäß BCC- oder 1-Stern-Beter-Leven-Kriterien gibt. Dennoch weiß man nie, wie sich der Markt entwickelt. Die Photovoltaikanlagen sind wirtschaftlich rentabel, obwohl ich mit einer Hackschnitzelanlage heize. In Frankreich erhalten wir weiterhin eine attraktive Vergütung für den eingespeisten Strom“, erläutert Matthieu.
In der großen Halle befinden sich neben der Heizungsanlage auch die Futterküche mit Silos für Ergänzungsfutter und ganzen Weizen.
De Heus entlastet
Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Matthieu eng mit De Heus zusammen. „Die Fütterungskompetenz von De Heus spiegelt sich in den sehr guten Ergebnissen wider. Die Planung sowie der Abtransport der Broiler werden von ihnen organisiert, ebenso bestimmte administrative Aufgaben. Ich kann jederzeit auf die Expertise der Broilerspezialisten von De Heus zurückgreifen, und wir bewerten regelmäßig die Ergebnisse. Dank ihres Netzwerks aus Brütereien und Schlachtbetrieben stellen sie sicher, dass die Broiler den Anforderungen ‚in Frankreich geboren, aufgezogen und gefüttert‘ entsprechen“, berichtet Matthieu.
Broilerhaltung wirtschaftlich attraktiver
Matthieu blickt zufrieden auf die Entwicklung seines Betriebs seit 2017 zurück. „Die Broilersparte war insbesondere in den letzten Jahren deutlich rentabler als der Ackerbau. Die Abstimmung zwischen beiden Betriebszweigen und die Risikostreuung sind ein großer Vorteil für unser Unternehmen. Zudem besteht in Frankreich ein erheblicher Mangel an heimisch produziertem Geflügelfleisch. Fast jedes zweite Hähnchen stammt aus dem Ausland. In Kombination mit dem steigenden Konsum sind die Zukunftsaussichten für die Broilerbranche sehr positiv“, so der zufriedene Broilerhalter.
Gerben Soppe
Berater für Broiler